Grundlegende Streamingmöglichkeiten
Mittwoch, 14. Juli 2010, 10:07 Uhr

Was nennt man alles einen Stream?

Prinzipiell unterscheidet man bei der Thematik Streaming, neben der Art der Daten (Video und/oder Audio), zwischen zwei grundsätzlich verschiedene Verfahren, dem Live-Streaming und dem On-Demand-Streaming. Zusätzlich zu diesen zwei Verfahren existieren noch zwei streamingähnliche Verfahren, der normalen Download und der Progressiven Download.

Der Download
Mittwoch, 14. Juli 2010, 10:14 Uhr

Ein Download ist auch ein Stream.

Die einfachste und zugleich älteste Methode Über das Internet Daten zu übertragen, ist der Dateidownload. Dieses Verfahren wird schon von Anfang an im Internet benutzt, um zum Beispiel Bilder oder andere Text-Dateien zu einem Benutzer zu übertragen. In dem heutigen Zeitalter, indem auch Musik und Videos über das Internet Übertragen werden können, wird auch der normale Dateidownload dazu benutzt um solche Dateien zu einem Benutzer zu übertragen.

Da diese Methode der Datenübertragung schon altbewährt ist, wird von Seiten der Anbieter keine spezielle Technik oder Software benötigt um Audio- oder Videodateien zum Download zur Verfügung stellen zu können. Es ist lediglich ein Webserver oder ein FTP-Server von Nöten. Der Benutzer lädt die Dateien herunter und kann diese dann mit einer Software seiner Wahl so oft abspielen wie er möchte.

Da bei einem Download die Audio- oder Videodaten erst nach dem vollständigen Download bei dem Nutzer wiedergegeben werden können, spielen Parameter wie die Bitrate, die Länge oder die Übertragungsbandbreite eine eher untergeordnete Rolle. Ausschließlich die Übertragungsdauer verlängert oder verkürzt sich.

Der Einsatz eines normalen Dateidownloads als Übertragungsmöglichkeit für Audio- oder Videosequenzen kann durchaus sinnvoll sein. Vorteile dieses Verfahrens sind, dass diese Sequenzen so auch in höchster Qualität übertragen werden können, der Nutzer die freie Wahl hat mit welcher Software er diese Sequenzen abspielt und ihm die Möglichkeit geboten wird die Inhalte offline und mit anderen Geräten wiederzugeben. Sinnvoll ist es, ein bestehendes Streamingangebot um diese Möglichkeit zu erweitern und das Angebot somit zusätzlich in einer höheren Qualität anzubieten.

Progressiver Download
Mittwoch, 14. Juli 2010, 11:48 Uhr

Ein Kompromiss.

Der Progressive Download stellt eine Art Kompromiss und Zwischenschritt zwischen einem normalen Download und dem On-Demand Streaming dar.

Wie bei einem Download oder dem On-Demand Streaming liegen die zu übertragenden Inhalte auf einem Server und können vom Benutzer über einen Player angefordert werden. Bei einem Progressivem Download werden die Daten genauso wie bei einem normalen Download über das HTTP-Protokoll heruntergeladen.

Dabei werden die Daten jedoch in einen Puffer (Zwischenspeicher) abgelegt. Wurden ausreichend viele Daten in den Puffer eines Players geladen, kann der Benutzer diese sofort betrachten während im Hintergrund die noch fehlenden Daten nachgeladen werden.

Dieses Verfahren wird sehr häufig für die Verbreitung von Video-Clips über Webseiten eingesetzt, da man so ohne großen Aufwand und ohne spezielle Technik, wie zum Beispiel einen Streaming-Server, Daten verbreiten kann. Ein Nachteil dieses Verfahrens ist jedoch, daß nur der bereits fertig heruntergeladenen Teil eines Videos betrachtet und nur innerhalb dieses Teiles navigiert (vorgespult/zurückgespult) werden kann.

On-Demand-Streaming
Mittwoch, 21. Juli 2010, 9:43 Uhr

Für statisches Audio und Video

Das On-Demand-Streaming ist dem Live-Streaming nahezu äquivalent. Der einzigste Unterschied zu dem Live-Streaming ist, dass die zu versendeten Daten bereits auf einem Server hinterlegt sind und vom Benutzer speziell angefordert werden. Die Daten werden also nicht zum selben Zeitpunkt versendet indem sie gewonnen wurden, sondern werden erst dann gesendet wenn ein potentielle Empfänger sie anfordert.

Da die Streaming-Daten bereits auf einem Server hinterlegt sind, hat diese Art von Streaming einen gewissen Bedarf an Speicherplatz. Je nach der Art, ob Audio- und/oder Videodaten als auch Qualität der Daten, fällt dieser Bedarf unterschiedlich groß aus.

Ein großer Vorteil bei dem On-Demand-Streaming ist die Möglichkeit innerhalb des kompletten Angebotes Hin und Her oder Vor- und Zurückspulen zu können. Im Gegensatz zu einem Progressivem Download müssen die Daten nicht erst komplett heruntergeladen werden um innerhalb z.B. eines Videos nach vorn springen zu können. Der Streaming-Server liefert die Daten ab dem Zeitpunkt den der Benutzer anfordert, somit ist der Benutzer in der Lage diese nach kurzer Pu erung sofort benutzen zu können.

Jedoch muss bei jedem Sprung oder Spulvorgang der Wiedergabepu er im Player erneut gefüllt werden, dies dauert je nach Verbindungsgeschwindigkeit und Qualität des Streams mehrere Momente und führt zu unschönen Pausen.

Live-Streaming
Mittwoch, 21. Juli 2010, 10:38 Uhr

Für Live Audio und Video.

Das Live-Streaming bietet einem Anbieter die Möglichkeit Audio- und Videoinhalte mit nur geringer Verzögerung zu einem Benutzer zu übertragen, nachdem die Inhalte erstellt/gesendet wurden. Klassische Radiosender nutzen dieses Verfahren um ihr schon existierendes terrestriches Angebot ebenfalls über das Medium Internet verbreiten zu können.

Durch die geringen Betriebskosten und das kostengünstige übertragungsmedium Internet haben sich viele neue Radiosender gegründet, die ausschließlich auf diese Art und Weise ihr Programm über das Medium Internet anbieten und verbreiten. Im Gegensatz zu einer On-Demand-Streaminglösung fordert der Benutzer keinen speziellen Inhalt an, sondern allein der Sender entscheidet welcher Inhalt übermittelt wird.

Bei dem Live-Streaming können die Daten in nahezu Echtzeit (Realtime) zu einem Benutzer übertragen werden, dass heißt die Inhalte können nahezu zeitgleich mit deren Erstellung an einen Benutzer geschickt werden. Die Inhalte eines solchen Streams liegen also nicht statisch auf einem Server, sondern kommen zum Beispiel von einer Webcam, einem Mikrofon, dem Ausgang einer Soundkarte oder der Sendeschiene eines Radiosenders.

Um einen solchen Echtzeit-Workflow erstellen zu können, benötigt diese Streaminglösung spezielle Techniken und Protokolle. Für die Kodierung und Komprimierung der Daten werden spezielle Encoder, sogenannte Live-Encoder, benötigt. Ebenfalls werden spezielle Server verwendet, die in der Lage sind die Daten in nahezu Echtzeit zu übertragen.

Ein solcher Echtzeittransport von Daten ist nicht mit dem HTTP-Protokoll zu bewerkstelligen, die Protokolle die bei diesem Streamingverfahren zum Einsatz kommen heißen RTP/RTSP und RTCP.

Ein Vorteil dieses Verfahrens ist neben der Echtzeitauslieferung, dass die Daten nicht erst auf einem Datenträger gespeichert werden müssen. Ein Nachteilig ist, dass ein navigieren durch das Material (Spulen) nicht möglich ist.

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